Stellen Sie sich mal vor …
 
Diesem Aufruf ist die Jugendhilfestation Hagen der AWO Bremerhaven gefolgt. Sie ist seit 12 Jahren dabei - zuerst mit HIPPY, dann auch mit Opstapje. Doris Adam-Fleischer schreibt uns:

"Seit 12 Jahren sind wir - die Jugendhilfestation Hagen (JHST) - als Träger mit IMPULS Deutschland Stiftung e.V. verbunden. Im Jahr 2006 begannen wir damit, den Standort aufzubauen, damals noch als ein reiner HIPPY-Standort, finanziert aus Projektgeldern. Diese Finanzierungsform änderte sich auch die ersten Jahre nicht. Es folgten EU-Projekte, die es uns ermöglichten, zwei Koordinatorinnen zu beschäftigen und zeitweise bis zu vier Hausbesucherinnen. Bei den Hausbesucherinnen gab es immer eine bunte Mischung - von der ehemaligen Mutter aus dem Programm bis zur Heilerziehungspflegerin, die sich für Familien mit Migrationshintergrund einsetzen wollte.

Die Zeit der EU-finanzierten Projekte war herausfordernd, da damit gewisse Einschränkungen und Auflagen verbunden waren, aber auch sehr bunt und abwechslungsreich. 20 Familien - aus unterschiedlichsten Herkunftsländern - konnten wir erreichen und in den Räumen der Jugendhilfestation war immer etwas los. Wir haben gemeinsam Feste gefeiert, uns in Gruppentreffen ausgetauscht und konnten viel voneinander lernen. Noch heute besteht zu einzelnen Familien Kontakt. Sie besuchen unsere Feste oder stellen sich gelegentlich für ehrenamtliche Dolmetschereinsätze zur Verfügung.

Diesen Schwung haben wir genutzt und uns als Modelstandort für HIPPY (bei uns damals Schulfit +) bei IMPULS Deutschland beworben. Dadurch konnten wir einige Familien im ersten Jahr in der Schule begleiten. Leider lief das Programm bei uns nur ein Jahr, da dann die Förderperiode auslief. Neue Möglichkeiten, Fördergelder zu beantragen, brachten eine neue Zielgruppe mit sich. Nun wurden wir von einem HIPPY-Standort zum Opstapje-Standort.

Besonders froh sind wir darüber, dass die Programme der „Frühen Hilfen“ seit fünf Jahren bei uns budgetfinanziert sind. Das ermöglicht uns Planungssicherheit und Freiheiten in der Auswahl der Zielgruppe. Bewährt hat sich für uns die Arbeit mit Babys mit einem eigens von der AWO Bremerhaven entwickelten Babyprogramm (Schritt für Schritt) und Opstapje für die Kleinkinder. Das Budget ermöglicht es uns, insgesamt zehn Familien zu betreuen. Die Plätze sind immer schnell vergeben, auch junge Mütter nutzen das Angebot gern.

Die ländlichen Strukturen stellen uns immer wieder vor Herausforderungen. Lange schon gehört es zu unserem Standard, dass wir Familien ohne Fahrmöglichkeiten zu den Gruppentreffen abholen oder zu Fahrgemeinschaften ermuntern. Die Programme sind eingebunden in das Netzwerk der Jugendhilfestation. Die Koordinatorin nimmt am Arbeitskreis „Frühe Hilfen“ des Landkreises Cuxhavens teil; alle Mitarbeiter der JHST, die im Bereich der „Frühen Hilfen“ tätig sind, treffen sich regelmäßig und auch mit unserer Familienhebamme arbeiten die Kollegen eng zusammen. Familien können so bei Bedarf gut und umfassend beraten und weitergeleitet werden.

Nach all den Jahren macht uns die Arbeit immer noch sehr viel Spaß. Mittlerweile sind wir ein eingespieltes Team mit einer Koordinatorin und zwei Hausbesucherinnen. Wir freuen uns als Träger sehr darüber, dass unsere Koordinatorin die Möglichkeit hat, im Praxisrat von IMPULS Deutschland mitzuwirken und wir somit die Zusammenarbeit mit dem Dachverband intensivieren zu können. Bei uns wären die „Frühen Hilfen“ ohne die IMPULS-Programme nicht mehr vorstellbar. Sie machen unser Angebot für die Familien bunt und rund. Wir sind bereit für die nächsten 12 Jahre! "

Doris Adam-Fleischer, JHST Hagen, August 2018