Stellen Sie sich mal vor …

 

Karen Stroink von IMPULS über einen starken Kooperationspartner in Bremen:
 
 
Heute bin ich es, die Ihnen einen Standort vorstellt: das Haus der Familie in Huchting. Eine stadtteilbezogene Einrichtung des Amtes für Soziale Dienste Bremen. In diesem lebendigen Quartier wird Integration groß geschrieben. Hier gibt es viele Anlaufstellen für MigrantInnen, geflüchtete Familien und diejenigen, die gern unterstützen möchten. Begegnungsstätten, ein interkulturelles Netzwerk, Vereine und Initiativen sowie viele engagierte Menschen.
 
Eine von ihnen ist Mayke tom Dieck. Sie ist sozusagen das Herz des Hauses. Die Sozialpädagogin arbeitet schon seit 30 Jahren mit viel Überzeugungskraft im 'HdF', wie sie ihre Einrichtung zweckmäßig nennt. Seit Anfang 2017 steht an ihrer Seite Bouchra Makhtari. Sie ist vor 19 Jahren aus Marokko nach Deutschland gekommen und nahm schon 2004 mit ihrem Sohn an HIPPY teil. Um sie herum gibt es weitere erfahrene, pragmatische und hilfsbereite Frauen, die sich über die Jahre immer weiter qualifiziert haben. Für viele der Frauen aus dem Libanon, der Türkei, dem Iran, dem Irak und Syrien, die im Haus der Familie Rat und Orientierung suchen (und bekommen), sind sie inspirierende und Mut machende Vorbilder. Sie sind als Sprachmittlerin und Dolmetscherin gefragt, als Elternbegleiterin, Vertrauensperson, Türöffnerin und als Fels in der Brandung. "Ohne diese lebenserfahrenen und starken Kolleginnen ginge hier gar nichts. Wir könnten gleich zumachen", erklärt Frau tom Dieck anerkennend und dankbar.
 
Flyer, Werbung, Internetauftritt – "das brauchen wir hier gar nicht", erklärt sie mir. "Die Huchtinger Familien erfahren über ihr gut funktionierendes Netzwerk von uns. Sie sind alle in ihren Communities gut miteinander im Austausch und erfahren so von unseren Angeboten. Wir führen eine Warteliste und müssen Anfragen aus anderen Stadtteilen ablehnen", bedauert Frau tom Dieck. Ihre Kolleginnen und Kollegen schaffen Vertrauen und bauen Brücken zwischen den Nationen. Nicht immer eine leichte Aufgabe. Daher seien regelmäßige Qualifizierungen, Supervision und kollegiale Beratung nötig. Auch um zu lernen, sich abzugrenzen und sich nicht für alles verantwortlich zu fühlen.
 
Das Haus der Familie Huchting wird noch bis Ende 2020 gefördert durch das Bundesprogramm 'Starke Netzwerke Elternbegleitung für geflüchtete Familien' des BMFSFJ. Die Angebote richten sich an Eltern und ihre Kinder im Stadtteil und sind offen für alle Nationalitäten und die unterschiedlichen Formen des Zusammenlebens. Im Mittelpunkt stehen Themen wie Familienleben und Elternrolle, Ehe und Partnerschaft, Erziehung und Entwicklung von Kindern, Alltag mit Kindern.
 
Derzeit begleitet das Haus der Familie Huchting etwa 200 Familien. Unter anderem mit Willkommen mit IMPULS und IMPULS macht Schule. Während die Einrichtung vor wenigen Jahren überwiegend Anlaufstelle war für Einwandererfamilien, sind es seit 2016 mehrheitlich frisch geflüchtete Familien. Viele Väter nehmen an den IMPULS-Programmen teil und erfahren, was es bedeutet, mit seinem Kind zu spielen. Dass Spiel kein bloßer Zeitvertreib ist, sondern dass beide im Spiel gemeinsam lernen: beispielsweise Farben und Formen zu unterscheiden, Finger feinmotorisch zu bewegen, miteinander zu sprechen und sich zuzuhören, zu fühlen und sich zu konzentrieren. Gleichzeitig erleben sie, wie sich ihre Bindung zum Kind liebevoll stärkt.
 
Karen Stroink (IMPULS Deutschland Stiftung e.V.)